Findus und Willi

findus u. willi

Liebe Frau Gieselmann,

endlich schaffe ich es mal an Sie zu schreiben. So oft habe ich schon an Sie gedacht, wenn Findus und Willi (früher Tom, Garfield) etwas Neues erlebt haben. Also, die Beiden sind einfach klasse. Wir können uns unser Familienleben nicht mehr ohne die beiden Taschentiger vorstellen.
Ich versuche einmal ein paar Episoden und Anekdoten in Kurzform schildern:

Vorgestern turnte Findus den Badewannenrand entlang, spielte mit dem Schaum, stürzte ins Wasser, schnellte blitzartig heraus und musste erst mal in Frottee gewickelt werden. Angst vor Wasser kennt er nicht. Wir fanden ihn schon im Küchenspülbecken sitzend, im Badezimmerwaschbecken kuschelnd und – in der Toilette mit dem Wasser spielend.

Willi. Willi ist der König der Katzen. Er genießt seine Kontrollgänge in der Nachbarschaft. Er lief uns in die Nachbarstraße nach, wo wir einen Besuch machten. Dort wohnt auch ein Kater. Nun wurde er dabei beobachtet, dass er deren Kater auflauerte, um diesen zu Boden zu ringen. Reinkarnation von Richard Löwenherz? Uns gegenüber ist er schmusig, superlieb, schläft bei mir im Bett ... Dr. Hayer ist jedes Mal begeistert von Willis Muskelbildung und Charakter. Auch ein anderer Kater, der durch unseren Garten wollte, wurde attackiert. Es war ein fauchendes Knäuel mit Krallen, was da durch den Hof rollte. Der andere Kater ist nie wiedergekommen. Willi blutete am Öhrchen, es war regelrecht perforiert. Und am Pfötchen hatte er auch etwas, humpelte und blutete vorne links. Der arme Kerl. Gleich wieder eine Fahrt in die Tierarztpraxis hinterher.

Sie machen ihre Jagdausflüge, teilweise gemeinsam. Findus bleibt im Garten, in unmittelbarer Nähe, wechselt häufig von draußen nach drinnen und umgekehrt. Willi ist gerne mal länger weg, ist viel routinierter, souveräner draußen. Aber dann möchten sie gerne auf dem Sofa schlafen, lauschen dem Prasseln des Kaminofens und wälzen sich genüsslich auf den Rücken, ... bis, ja bis Findus Langeweile hat. Dann spielt er mit Willis Schwanz und beißt hinein. Irgendwann muss Willi doch wachwerden...
Nachts hat Findus übrigens auch oft Langeweile. Dann kriecht er unter die Bettdecke und krallert an unseren Zehen, weil die so schön zucken.

Aber in unserem Haushalt lauerte eine böse Höllenmaschine, die nur darauf wartete, einen Kater namens Willi zu verschlingen: Das unscheinbare, harmlos wirkende Gerät mit den zwei Schlitzen auf der Oberseite, in die die zweibeinigen Dosenöffner gefrorene Brotscheiben stecken. Das plötzliche Hochschnellen des Toasts hat Willi zu Anfang furchtbar erschreckt. Er hat einen richtigen Luftsprung gemacht.

Faszinierend ist immer wieder, wie rücksichtsvoll und gutmütig Willi mit Findus umgeht: Beim Füttern lässt sich Willi wegschieben, lässt Findus auch noch aus seinem eigenen Näpfchen fressen (Findus ist ja noch im Wachstum und braucht schon mal eine Zwischenmahlzeit mehr). Und wenn Findus über den Esstisch läuft, um zu plündern, schaut mich Willi ganz sprechend an, als wollte er sagen, warum darf der das? Das ist doch verboten, warum tut ihr nichts?

Willi beherrscht mich übrigens durch Hypnose: Er fixiert mich regungslos, bis ich ...Türen öffne, Futter spendiere, die Knie zum Kuscheln leerräume. Willi ist mein Schatz.

Mit vielen lieben Grüßen bis zu den nächsten Nachrichten von Findus und Willi
Birgit Artmann

P.S.: Findus erobert jedes Kinderherz im Sturm. Auf jedem Wunschzettel im Kindergarten steht nun „1xFindus-Babykatze“. Amelie und Findus sind unzertrennlich. Erstaunlich, wie neugierig, kontaktfreudig und spielfreudig er ist. Sein Schnurren ist herrlich. Er schläft oft mit auf Amelies Kopfkissen. Sehr beliebt ist auch mein Sessel im Arbeitszimmer, dort ist immer die Heizung hoch aufgedreht. So „helfen“ mir die beiden Tigerchen bei der Unterrichtsvorbereitung.
(Dezember 2008)


findus u. willi